MEINE BÜCHER

 
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Mensch Atme
Wir, die Schattenkinder der ersten Generation.

Vorwort

 

Auch, wenn ich erst 41 Jahre alt bin, musste ich schon viel in mein Leben beweisen. Meine Diagnose kam viel zu früh, um mir noch die Hoffnung auf ein langes Leben zu bewahren. In den letzten Wochen verstand ich, wie wichtig es ist, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als sie es ohne mein Zutun war. 

So, wie ich mein Leben bisher gelebt habe, wird meine Existenz, oder eher ihr Verlust, in keiner Weise zählen. Ich habe gelebt, ohne irgendetwas Beeindruckendes getan zu haben.

Früher gab es unzählige Dinge, die mich beschäftigten. Als ich erfuhr, wie wenig Zeit mir noch bleibt, wurde mir bewusst, welche Dinge wirklich im Leben zählen. Ich schreibe euch aus egoistischen Gründen. 

Mein Name ist Deniz C. Ich möchte meinem Leben noch einen Sinn geben, indem ich mit euch teile, was ich gelernt habe: 

Schätze die Menschen um dich herum!

Verschwende deine Zeit nicht mit einem Job, der dir keine Freude bereitet!

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Mensch steh auf
"Wir, die verschollenen Schattenkinder der Gesellschaft"
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Vorwort

 

Im zweiten Band seiner Autobiographie („Mensch, atme“ und „Mensch, steh auf“) geht Deniz‘ Reise als jugendlicher Drogendealer und Junkie weiter. Gerade aus dem Gefängnis entlassen, führt ihn sein Weg schon bald wieder zurück auf die „Platte“ am Düsseldorfer Hauptbahnhof, wo er auf alte Bekannte trifft und neue Bekanntschaften mit skurrilen Gestalten aus der Szene schließt.

 

Nicht nur wegen des erhöhten Drogenkonsums gerät er immer wieder in Lebensgefahr. Zwischen Überdosen, Verhaftungen und Gefängnisaufenthalten treibt es ihn auch auf den Straßenstrich der Charlottenstraße und in gefährliche Missionen gegen kurdische Großhändler.

 

Ein schonungslos offener, ehrlicher Bericht aus einer Gesellschaft in den Neunzigerjahren, die sich den Vorwurf gefallen lassen muss, in Sachen Integration kläglich versagt zu haben. Man bangt und zittert mit Deniz und wünscht ihm bis zum Ende, dass er seinen Weg raus aus dem Drogendschungel findet. So spannend wie ein Krimi und oftmals so skurril, dass man kaum glauben mag, dass all dies tatsächlich so passiert ist. Wer „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ mochte und aufregend fand, wird bei „Mensch, steh auf“ öfter den Atem anhalten vor 

 

Exposé „Mensch, atme“ und „Mensch, steh auf“

 

(Katelyn Faith, „Gefährliche Verlockung“)

 

Genre: Autobiographie, Tatsachenberichte

 

Zwei Bände à ca. 350 Taschenbuchseiten, selfpublished

 

Klappentext:

 

Als Gastarbeiterkinder der ersten Generation erleben Deniz und seine Brüder hautnah, wie schwierig Integration in einem fremden Land ist. Gewalt und Drogenexzesse durch seinen älteren Bruder sind an der Tagesordnung, als Deniz mit 15 Jahren erstmals in Berührung mit Heroin kommt. Die damalige "Modedroge" beeinflusst sein Leben auf viele Arten, insbesondere die Beschaffungskriminalität bringt ihn und seine Brüder schon bald an ihre Grenzen - und ins Gefängnis. Seinen Leidensweg und seine Drogenkarriere schildert Deniz C. schonungslos offen und brutal ehrlich im ersten Teil seiner Autobiographie.

 

Für Leser von: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

 

Inhalt:

 

Deniz Camdere, genannt Deniz C, wuchs als Sohn einer türkischen Gastarbeiterfamilie in Neuss auf. Schon früh bekommt er Probleme in der Schule, weil sein gewalttätiger Vater und sein ebenso gewalttätiger älterer Bruder Barbaros ihn und den Rest der Familie häufig verletzen und misshandeln. Einige Jahre Entspannung findet er bei einem Aufenthalt in der Türkei, wo er zusammen mit seinem Bruder Oguz bei der Oma aufwächst. Doch diese ist schon bald überfordert mit den beiden Jungs und schickt sie zurück nach Deutschland. Der älteste Bruder, Barbaros, ist in Deutschland bei der Mutter verblieben und zu diesem Zeitpunkt bereits drogensüchtig.

 

Durch Kontakte zu weiteren Kindern von eingewanderten Gastarbeitern aus der Türkei und Polen gerät er schon früh auf die kriminelle Bahn. Einbrüche in Geschäften und Kiosken sowie Diebstähle stehen auf dem Plan, was bereits sehr früh zu der einen oder anderen Strafanzeige führt. Marihuana steht schon im zarten Alter von 12 Jahren regelmäßig auf dem Programm.

 

Auch als die Mutter sich von ihrem gewalttätigen Mann trennt, der in die Türkei zurückkehrt, findet die Familie keine Besserung. Deniz‘ ältere Brüder Oguz und Barbaros sind längst in der Drogenszene angekommen und konsumieren nicht nur härtere Drogen, sondern handeln auch damit. Die alleinerziehende Mutter, die sich mit einem Vollzeitjob und einer zusätzlichen Putzstelle quält und versucht, ihre Söhne großzuziehen, ist schon bald überfordert mit den drogensüchtigen Jungs. Auch das eingeschaltete Jugendamt kann nicht viel ausrichten.

 

Weiter bergab geht es, als Deniz mit 14 seine erste große Liebe, Nefes, kennenlernt. An einem Nachmittag verlieren die beiden verliebten Teenager die Beherrschung und es kommt zum Sex. Nefes beichtet ihrer Mutter ängstlich, was sie getan hat, mit der Folge, dass der wütende Vater sie in die Türkei schickt, um sie dort zwangsverheiraten zu lassen. Deniz ist verzweifelt und versucht, Kontakt aufzunehmen, doch bis auf ein kurzes Telefonat, bei dem Nefes ihm unter Tränen gesteht, dass sie an einen älteren Mann verheiratet werden soll, gelingt ihm dies nicht. Er schmiedet einen Plan, in die Türkei zu reisen und Nefes zu retten. Doch es ist zu spät – kurze Zeit später erfährt er durch eine gemeinsame Freundin, dass Nefes sich selbst getötet hat und im dritten Monat schwanger war. Deniz bricht psychisch und emotional zusammen, und sein Bruder Barbaros verführt ihn dazu, ausnahmsweise einmal Heroin zu rauchen, um sich wieder beruhigen zu können.

 

Damit beginnt Deniz‘ langjähriger Leidensweg als Heroinabhängiger, denn natürlich bleibt es nicht bei dem einen Mal, das ihn aus einer psychisch furchtbaren Situation „gerettet“ hat. Schon bald spannen seine Brüder ihn in ihren florierenden Drogenhandel mit ein. Mit gerade einmal 14 Jahren beginnt also seine Karriere als Drogensüchtiger und Dealer, die Schule vernachlässigt er, ebenso wie seine Brüder, zusehends.

 

Es folgt eine Reihe von skurrilen und auch gefährlichen Erlebnissen in der Drogenszene. Vorwiegend am Düsseldorfer Hauptbahnhof und auf den Straßen von Neuss sind die Brüder und einige andere Kameraden, allesamt ebenso Kinder von Gastarbeitern und Einwanderern, unterwegs, um die Drogen unters Volk zu bringen. Sie kaufen sie in größeren Gebinden von überwiegend kurdischen Großhändlern auf Kommission ein, verpacken die Drogen in kleine Päckchen und dealen damit auf der Straße. Das ist nicht ungefährlich, und tatsächlich wird schon bald die Polizei auf die Brüder aufmerksam. Nach einer Razzia zuhause, bei der Drogen und auch Schwarzgeld gefunden werden, landen alle drei in Untersuchungshaft.

 

Deniz ist nicht nur noch sehr jung, sondern auch sehr klein und zierlich für sein Alter. Obendrein leidet er unter Asthma und Panikattacken, sodass die erste Zeit in der Untersuchungshaft der Jugendvollzugsanstalt sehr bitter für ihn wird. Doch er lernt schnell, sich auch ohne die Unterstützung seiner Brüder durchzusetzen und Respekt zu verschaffen, während gleichzeitig die Vollzugsbeamten Mitleid mit ihm haben und versuchen, ihn zu schonen, weil er mit seiner kindlichen Physis kaum wie ein gefährlicher Straftäter wirkt.

 

Nach einem ersten, harten Entzug findet er schon bald auch im Gefängnis Möglichkeiten, sich mit den ersehnten Drogen zu versorgen, und nutzt diese Möglichkeiten auch. Aufgrund einer Namensgleichheit und eines Justizirrtums kommt er überraschend vorzeitig aus dem Gefängnis wieder frei und geht zu seiner Mutter zurück. Seine Brüder werden in der Zwischenzeit zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Als er kurze Zeit später erfährt, dass er gar nicht wirklich frei ist, sondern ins Gefängnis zurück muss, ist er vorbereitet. Er entwendet das von Barbaros versteckte Drogengeld und kauft dafür großzügig ein, um einen hohen Anteil von Drogen ins Gefängnis mitzunehmen. Versteckt in Unterhose, Magen und Mund gelingt ihm dies auch. Sein zweiter Aufenthalt in der JVA macht ihn dort zu einem Drogendealer in größerem Umfang, gleichzeitig stellt er fest, dass die Zeit der Haft für ihn die bislang beste Zeit in Deutschland ist. Er spielt Fußball, findet Freunde und Hobbys, fühlt sich angekommen und ist mit sich im Reinen. Mithilfe von Tagträumen schafft er es, die unschönen Realitäten des Gefängnisses auszublenden, wenn es nötig ist. Den Rest erledigen die Drogen, die auch im Gefängnis allgegenwärtig sind.

 

Aufgrund seines Alters kommt er nach gut 14 Monaten Untersuchungshaft auf Bewährung aus dem Gefängnis frei, seine Brüder jedoch nicht. Künftig versorgt er diese im Gefängnis mit weiteren Drogen und versucht auf eigene Faust, seinem Bruder nachzueifern und sich selbst als Drogendealer zu etablieren. Er freundet sich mit dubiosen Gestalten an und gerät selbst immer tiefer in den Drogensumpf, indem er nicht nur anfängt, zusätzlich zum Heroin, das er inzwischen spritzt, auch Kokain zu konsumieren, sondern auch, indem er immer wieder versucht, kurdische Großhändler „abzuziehen“. Seine Wege führen ihn neben der Düsseldorfer Platte auch auf den Straßenstrich an der Charlottenstraße, wo er seine Kundschaft findet, und nach Rotterdam, wo er Bekanntschaft mit der libanesischen und marokkanischen Drogenmafia in Holland macht. Nach seiner Verhaftung vor Ort kommt er wenige Tage später wieder frei und kehrt nach Deutschland zurück. Um genau da weiterzumachen, wo er vorher aufgehört hat ...

 

Band 2 – Mensch, steh auf

 

Der zweite Teil knüpft nahtlos an Band 1 an. Inzwischen etwas älter geworden, ist Deniz immer noch als erfolgreicher Dealer unterwegs. Sein Drogenkonsum hat sich inzwischen dramatisch erhöht und verstärkt, und so treibt er sich tagtäglich abgemagert und mit deutlichen Einstichstellen an den Armen in Düsseldorf herum. Er mietet ein billiges Hotelzimmer in Bahnhofsnähe an, um nicht ständig zu seiner Mutter nach Neuss zurückfahren zu müssen, wenn er die Drogen verkaufsgerecht verpacken oder das verdiente Schwarzgeld irgendwo bunkern möchte. Zudem nötigen ihn die Kurden, denen sein Bruder noch 30.000 Euro schuldet, sie auszuzahlen. Deniz hat Angst um sich und seine Mutter, denn die Kurden haben diese bereits besucht und bedroht, und verwendet das letzte gebunkerte Schwarzgeld von Barbaros, um dessen Schulden zu begleichen. Gleichzeitig wächst seine Angst vor seinem gewalttätigen Bruder, was dieser mit ihm tun wird, wenn er davon erfährt. Also sieht er sich genötigt, das Geld so schnell wie möglich wiederzubeschaffen, und das soll mithilfe von Drogendealerei geschehen.

 

Er macht im Laufe der Zeit die Bekanntschaft von vielen teilweise skurrilen Gestalten aus der Düsseldorfer Drogenszene, unter anderem die des bekannten Zuhälters Bert Wollersheim (im Buch wie alle anderen Figuren namentlich verfremdet) oder die eines türkischen Dealer-Ehepaares, die ihn in einer stillgelegten Kneipe übernachten lassen. Dort betrinkt er sich mit 16 Jahren zum ersten Mal in seinem Leben und leistet sich im Alkoholrausch eine Überdosis, indem er sich zu viel Heroin spritzt. Nur durch einen Zufall wird er rechtzeitig von dem Ehepaar gefunden und von Notärzten gerettet.

 

Er verkehrt auf dem Straßenstrich an der Charlottenstraße und versucht sich als Dealer und passte in der Zeit für zwei jüngere, ebenfalls drogenabhängige Freundinnen auf. Zu dritt leben sie in dem billigen Hotelzimmer. Seiner Mutter geht er aus dem Weg, wenn sie auf der Platte nach ihm sucht, versteckt er sich. Zu sehr schämt er sich vor ihr für das, was inzwischen aus ihm geworden ist.

 

Bei einer Verkehrskontrolle fällt er der Polizei auf, die feststellen, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt. Er hat gegen die Bewährungsauflagen verstoßen und landet so wieder im Gefängnis, wo er erstmals auch seinen Bruder Barbaros wiedertrifft. Doch er kommt nach recht kurzer Zeit wieder aus dem Gefängnis frei, ebenso sein Bruder, dessen Zeit abgelaufen ist und der wegen guter Führung vorzeitig entlassen wird. Sein zweiter Bruder Oguz hat einen Deal angenommen und wurde vorzeitig entlassen, musste aber in die Türkei zurückkehren und darf nicht mehr nach Deutschland einreisen.

 

Versuche, nach dem Gefängnisaufenthalt einen Ausbildungsplatz zu ergattern, scheitern aufgrund seines Führungszeugnisses und seiner mangelhaften Sprachkenntnisse der deutschen Sprache. Er schafft es, einen schlechtbezahlten Job als Lagerist zu ergattern, während sein Bruder Barbaros sich weiterhin als Drogendealer betätigt. Deniz‘ letzter Entzug im Gefängnis war erfolgreich, und so beginnt er ein vermeintlich neues Leben – clean und ohne Drogen, dafür mit ehrlicher (aber harter) Arbeit.

Barbaros nötigt ihn dazu, ihm einen Großteil seines Verdienstes abzugeben, um seine Schulden abzubezahlen. Das führt schon nach wenigen Monaten dazu, dass Deniz die Motivation verliert und aufgrund des permanenten Drogenkonsums seines Bruders zuhause ebenfalls wieder anfängt, Heroin und Kokain zu konsumieren. Und schon findet er sich neben seinem Bruder erneut auf der Straße wieder, um beim Drogenhandel schneller und mehr Geld zu verdienen, als es ihm vorher möglich war.

 

Als Barbaros erneut im Gefängnis landet, beschließt Deniz, die Drogengeschäfte auszuweiten. Er folgt unter anderem heimlich einigen kurdischen Großhändlern, findet deren Drogenversteck in einem Gebüsch und klaut mehrere Kilogramm Heroin von den Kurden, die er an einem anderen Ort im Gebüsch versteckt, um es portionsweise abzuholen und weiterzuverkaufen.

 

Es dauert jedoch nicht lange, bis die Polizei ihn aufgreift und er erneut im Gefängnis landet. Damit endet Band 2.